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Kremser Donauhafen – die Metamorphose einer Donaumetropole

3. März 2016 Veröffentlicht von Monika Hauleitner

Seit vielen Jahrhunderten hat Krems an der Donau eine Tradition als namhafte Donaumetropole, eine Hafenstadt mit Güterumschlag aus Ost und West, Nord und Süd! Jedoch unterliegen Handel und Donauweg dem Wandel der Zeit! Heute wollen wir uns dem Donauhandel unserer Tage widmen:

Die Hafenanlagen sind nicht unbedingt ein touristisches Highlight einer Stadtführung, aber ein nicht unterschätzender Wirtschaftsfaktor für Krems und Umland. Während in den Waag-und Niederlagsbüchern früherer Jahrhunderte als Hauptwaren Eisen, Salz, Wein, Juchten, Wachs und venezianische Waren aufscheinen, entwickelt sich der moderne Hafen in eine ganz andere Richtung: Düngemittel, Schüttgut, Stahlwaren, Projektgeschäfte (Windkraftanlagen), Schotterumschlag, neue Big Bag Produkte und Agrarlogistik.

Die Geschichte des Kremser Hafens, wie und wo wir ihn heute kennen, beginnt vor etwa 80 Jahren:

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Hafengeschichte des 20. Jahrhunderts:

1939: Gründung des Unternehmens durch Karl Mierka. Dies unter dem Namen Karl-Mierka Lagerei- und Umschlagsbetriebe Donauhafen Krems an der Donau.

Parallel dazu wurde der Donauhafen Krems durch die Stadt Krems geschaffen. Auf Grund dieser gemeinsamen Geschichte gründete sich eine bis heute bestehende jahrzehntelange enge und gute Zusammenarbeit mit der Stadt Krems bzw. deren Tochterfirma Kremser Hafen- und Industriebahn Ges.m.b.H. (HIB).

40er Jahre: Der Importumschlag von Getreide war die hauptsächliche Tätigkeit. Durch die Kriegswirren entstand eine starke Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung.

50er Jahre: In dieser Periode erfolgte der Ausbau des Unternehmens zum Hafenumschlagsbetrieb. Weiters wurden die Veredelungstätigkeiten für Zuckerrübensamen aufgenommen.

60er Jahre:Es erfolgte der Ausbau der gedeckten und ungedeckten Lagerflächen; Entwicklung des Donau-See-Verkehrs in den Nahen und Mittleren Osten.

70er Jahre: Im Rahmen der Errichtung der Staustufe Altenwörth begann der Ausbau des Kremser Hafens (Kaimauer, Nordkai, Hafenbecken II).

1995-1998: Inbetriebnahme des weithin sichtbaren 50 Tonnen-Brückenkrans und der 40-Tonnen-Kranbrücke am Südufer;

1997: Bei der Wahl zum „Binnenhafen des Jahres“ erreichte Mierka Donauhafen Krems hinter dem weltgrößten Binnenhafen Duisburg unter 44 nominierten Hafenplätzen den 2. Platz.

2003: Beschluss der Stadt Krems zur Errichtung eines Hochwasserschutzes (Hafentor) für den Hafen Krems nach dem Jahrhunderthochwasser 2002.

2006: Das Gesamtverkehrsvolumen erreichte mit 1.695.000 Tonnen einen Rekordwert in der Firmengeschichte.
Start der Biodieselanlage durch die Biodiesel Krems GmbH.

2010: Start der strategischen Partnerschaft mit der RHENUS (die Rhenus beteiligte sich mit 26% an der Mierka Beteiligungs GmbH); seit 2013 auf 51%;

2013: Gesamtverkehrsvolumen von über 1,3 Mio. Tonnen

2018: Ende der Ära des langjährigen Hafenbetreibers Hubert Mierka

Situation ab 2018:

Der Kremser Donau-Hafen ist einer der 610 Standorte der weltweit operierenden Rhenus-Gruppe.

4 Rhenus-Firmen am Donauhafen Krems mit insgesamt 75 Mitarbeitern

  • Rhenus Beteiligungs-GmbH: Finanz- und Personalabwicklung
  • Rhenus Logistics Austria: LKW-Transport, Container- und Seeschifftransport
  • Rhenus Danube Shipping: Transport per Binnenschiff
  • Rhenus Donauhafen Krems: Geschäftsführer Gerhard Gussmagg und Michael Appelhans; Betreibergesellschaft des Hafens

STADT KREMS ALS PARTNER DES HAFENS

Seit über 70 Jahren gibt es das Private Public Partnership Modell Donauhafen Krems.
Die jahrzehntelange bewährte Zusammenarbeit Stadt Krems, Kremser Hafen- und Industriebahn GmbH und Mierka Donauhafen Krems bietet den Kunden des Donauhafen Krems die Vorteile einer öffentlichen Einrichtung verbunden mit einem privatwirtschaftlichen Service. Die Stadt Krems ist:

  • Eigner der öffentlichen Hafenanlagen
  • Besitzer des überwiegenden Teils der Hafengrundstücke
  • investiert in die Infrastruktur
  • führt den öffentlichen Donauhafen und
  • fördert Betriebsansiedelungen mit Hilfe ihrer Infrastrukturgesellschaft Kremser Hafen- und Industriebahn GmbH

Die Kremser Hafen- und Industriebahn GmbH – HIB (Gesellschafter 100% Stadt Krems) investiert in die Krananlagen, Gleisanlagen und teilweise in die Flächenbefestigungen im Donauhafen Krems.

KUNST und DONAUHAFEN

Im Herbst 1982 begann eine Zusammenarbeit mit dem bekannten österreichischen Maler Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000).

Die Gestaltung der Mierka Donauhafen Krems – Silofenster mit „Zungenbärten“ war eine der ersten Tätigkeiten Hundertwassers als „Architekturdoktor“, wobei aber nur ein Teil seiner Vorschläge realisiert wurde.

Das ambitionierte Projekt des Hafen-Partners Stadt Krems, Kunst.Halle.Krems war von Anfang an eine Mitbeteiligung der Firma Mierka Donauhafen Krems; MDK ist mit 9,39% Gesellschafter der Kunstmeile Krems Betriebsges.m.b.H.

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