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Stift Göttweig: Wunderbar und „Wunder-voll“ im wahrsten Sinne des Wortes!

25. Mai 2017 Veröffentlicht von Monika Hauleitner

Vor genau 100 Jahren ereigneten sich die Marienerscheinungen im Wallfahrtsort Fátima in Portugal. Anlässlich dieses Jahrestages darf das Stift Göttweig eine Leihgabe der ganz besonderen Art präsentieren:

Ein Intarsien-Flügelaltar des Tischlermeisters und Holzrestaurators Josef Übleis aus Neumarkt-Kallham (OÖ). Das Motiv „Die Marienerscheinung und die Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Francisco Marto und Jacinta Marto“ wurde in jahrelanger Kleinarbeit mit rund 70 verschiedenen Holzarten gestaltet.

Gesamtansicht und Flügel links und rechts:

Intarsienaltar im Stift Göttweig; Gesamtansicht Intarsienaltar im Stift Göttweig; linker Flügel Intarsienaltar im Stift Göttweig; rechter Flügel

Detailansicht: Maria

Intarsienaltar im Stift Göttweig; Detailansicht Maria

Höhe: 250 cm
Breite: 380 cm
Tiefe: 55 cm
Holzstärke 5 mm
Standort: Im Innenraum der Kirche, gleich rechts neben der Eingangstür

Die Kinder:

Intarsienaltar im Stift Göttweig; Detailansicht Kinder Intarsienaltar im Stift Göttweig; Detailansicht Kinder

Francisco Marto, Lúcia dos Santos, und Jacinta Marto.

Beim Hüten der Schafe soll den drei Kindern in der Nähe von Fátima drei Mal ein Engel erschienen sein. Von 13. Mai bis 13. Oktober 1917 hatten die drei dann Marienerscheinungen, aimmer am 13ten jedes Monats (mit Ausnahme des Monats August, da die Kinder entführt worden waren) in der Cova da Iria (Dt.: Grube der Iria) bei Fátima. Francisco und Jacinta sahen und hörten sie die Erscheinung, die Gespräche führte Lúcia.

Lúcia dos Santos war 10 Jahre alt, als sie die Jungfrau Maria sah (1917). Bereits 1921 trat sie in das Kollegium der Dorotheerinnen von Vilar bei Porto ein, wo sie Lesen und Schreiben lernte. 1926 wurde sie im  Kloster von Tuy in Spanien aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Maria das Dores. (dt: Maria der Schwerzen). Nach mehreren Stationen als Ordensfrau wurde sie 1948 als Karmelitin im Karmel St. Theresa in Coimbra eingekleidet. In dieser Zeit schrieb sie auch die drei Fátima-Geheimnisse nieder mit jenen Botschaften, die den Kindern von der Gottesmutter übermittelt worden waren. Sie starb im Jahr 2005 und bereits 2008 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet. (* 22. 3.1997, Aljustrel, heute Teil von Fátima in Portugal; verstorben: 13.2.2005 in Coimbra)

Jacinta Marto und ihr Bruder Francisco starben schon bald nach den Marienerscheinungen (1919 bzw. 1920) an der spanischen Grippe. Am 13. Mai 2017 wurden sie von Papst Franziskus in Fátima heiliggesprochen.

Alle drei sind in der Basilika Unserer lieben Frau von Fátima nebeneinander beigesetzt.

Detailansichten der Landschaft:

Intarsienaltar im Stift Göttweig: Wunder von Fatima, Detailansicht der Landschaft  Intarsienaltar im Stift Göttweig: Wunder von Fatima, Detailansicht der Landschaft

Intarsienaltar im Stift Göttweig: Wunder von Fatima, Detailansicht der Landschaft Intarsienaltar im Stift Göttweig: Wunder von Fatima, Detailansicht der Landschaft Intarsienaltar im Stift Göttweig: Wunder von Fatima, Detailansicht der Landschaft

Detailansicht des Sockels:

Intarsienaltar im Stift Göttweig; Detailansicht Sockel

Der intarsierte Sockel stellt Christus Pantokrator dar, symbolisch angedeutet durch Kelch und Hostie, sowie den Kosmos mit den vier Himmelsrichtungen.

Ergänzungsinformationen zu den Marienerscheinungen von Fatima im Jahr 1917: [Quelle: Wikipedia]

Die drei Geheimnisse von Fátima sind Teile einer Botschaft, die die drei Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto am 13. Juli 1917 bei der dritten Marienerscheinung in der Cova da Iria bei Fátima (Portugal) laut ihren Aussagen empfangen haben und 1917 nicht veröffentlichen durften.

1927 soll Lúcia in einer Botschaft des Himmels die Erlaubnis zur Offenbarung der ersten beiden Geheimnisse erhalten haben. Diese Niederschrift musste sie aber auf Anweisung ihres Seelsorgers wieder verbrennen. Am 31. August 1941 schrieb Lúcia nochmals die Geheimnisse auf und übergab den Text dem Bischof von Leiria. Beide Geheimnisse wurden am 13. Mai 1942 veröffentlicht.

Lúcia schrieb das dritte Geheimnis am 3. Januar 1944 auf. Es wurde dem Bischof von Leiria in einem versiegelten Umschlag übergeben. Die Niederschrift der Geheimnisse kommentierte Lúcia mit den Worten: Bewusst werde ich nichts auslassen. Möglicherweise vergesse ich manche Einzelheiten, die aber nicht wichtig sind. Am 4. April 1957 kam der Umschlag in das Vatikanische Geheimarchiv. Lúcia hatte außen auf den Umschlag geschrieben, dass er nicht vor 1960 geöffnet werden dürfe. Aber erst am 26. Juni 2000 wurde der Inhalt von Joseph Kardinal Ratzinger und  Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht.


  • Der Flügelaltar in der Stiftskirche Göttweig ist frei zugänglich oder kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
  • Sorry für die wenig zufriedenstellende Bildqualität. Sobald ich bessere Fotos habe, werde ich sie sofort austauschen!
  • Kommentare, Rückmeldungen etc. bitte wie gewohnt an office@kremskultur.at! Freue mich über jedes Feedback!

 

 

 

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